Infos zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI)

Mal ehrlich: Wer beschäftigt sich schon gerne mit „Geschlechtskrankheiten“? Sie sind nicht nur körperlich unangenehm, sondern man kann sich auch was Netteres vorstellen als den Arzt zu fragen, warum es vorne brennt und tropft oder was das da hinten für Gewächse sind. Trotzdem ist es sinnvoll, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu befassen. Denn erstens wäre man sie ja gerne schnell wieder los, zweitens können sie sehr ernste Folgen haben, wenn man sie ignoriert, und drittens lässt sich in vielen Fällen von vornherein verhindern, dass man sie bekommt.

Gegen manche Infektionen kann man sich gut schützen, zum Beispiel durch Kondome oder eine Impfung. Alle genannten Krankheiten sind gut behandelbar. Wer Sex mit wechselnden Partnern hat, sollte sich darum einmal im Jahr auf unentdeckte Infektionen untersuchen lassen. Das gilt besonders für Menschen mit HIV: Einige Krankheiten können bei ihnen einen schwereren Verlauf nehmen. Ferner müssen Therapien möglicherweise mit der HIV-Therapie abgestimmt werden, zum Beispiel bei Hepatitis.

Sexuell übertragbare Infektionen können außerdem das Risiko erhöhen, sich mit HIV zu infizieren, weil Entzündungen dem Virus den Weg in den Körper erleichtern. Wenn HIV-positive eine weitere sexuell übertragbare Infektion haben, steigt für ihre Partner das Risiko, sich mit HIV zu infizieren.

Hier findest du die wichtigsten Infos zu den "gängigsten" sexuell übetragbaren Krankheiten. Ausführliche Informationen zu sexuell übertragbaren Infektionen findest du unter aidshilfe.de. Weiterführende Informationen zu Hepatitis findest du unter aidshilfe.de.

Candidose - Pilzerkrankung

Eine Candidose ist eine Pilzerkrankung, die vor allem durch den weit verbreiteten Hefepilz Candida albicans verursacht wird. Sie wird auch Candida-Mykose oder Soor genannt. Pilze wie Candida albicans befinden sich auf der Haut und den Schleimhäuten jedes Menschen – das ist vollkommen normal.

Manchmal nehmen sie aber überhand, zum Beispiel wenn die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt sind. Bei Frauen kommt die Candidose häufiger vor als bei Männern. Betroffen sind vor allem die Schamlippen und die Scheide. Bei Männern befallen die Pilze vor allem die Eichel und die Vorhaut.

Bei Menschen mit Immunschwäche, zum Beispiel durch HIV, können auch die Mund- und Rachenschleimhaut sowie die Speiseröhre befallen werden. Verursacht eine Pilzerkrankung Blutungen in der Scheide oder an der Vorhaut, ist das Risiko der Übertragung von HIV erhöht. HIV-Negative mit einer Candidose haben ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, weil Entzündungen dem Virus das Eindringen in den Körper erleichtern.

Verlauf
Bei einem Pilzbefall entstehen Entzündungen der Haut oder der Schleimhaut. Die Schleimhaut rötet sich, und es bilden sich weißliche bis gelbliche Beläge. Die erkrankten Schleimhäute jucken stark. Sind die Schamlippen und die Scheide betroffen, kommt ein weißlicher Ausfluss hinzu. Ist die Haut betroffen, zum Beispiel unter den Brüsten oder Achseln, entstehen großflächige, juckende Rötungen, Bläschen und kleine Hautfetzen.

Übertragung
Normalerweise spielt die Übertragung von Mensch zu Mensch keine Rolle, weil der Pilz sowieso schon auf der Haut des Menschen lebt. Wenn die Erkrankung aber stark ausgeprägt ist, können die Pilze zusätzlich beim Sex weitergegeben werden und bei der Partnerin beziehungsweise dem Partner ebenfalls zu einer Erkrankung führen. Meistens passiert das beim ungeschützten Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau. Besonders anfällig sind unter anderem Menschen mit HIV und Diabetes, Krebskranke unter Strahlen- oder Chemotherapie und Schwangere. Auch wer sich einer Antibiotika- und Cortisontherapie unterzogen hat, kann besonders anfällig sein, weil diese Medikamente bestimmte Bakterien auf Schleimhäuten abtöten, die normalerweise gegen Pilze aktiv sind.

Schutz
Kondome verringern das Risiko einer sexuellen Übertragung.

Diagnose
Es wird ein Abstrich gemacht, der dann unter dem Mikroskop untersucht wird.

Therapie
Gegen Pilze gibt es Medikamente, die normalerweise in Form von Cremes, Gels oder Zäpfchen auf die befallenen Haut- und Schleimhautbereiche aufgebracht werden. Bei Pilzbefall innerhalb des Körpers – zum Beispiel in der Speiseröhre – gibt es auch die Möglichkeit, Tabletten einzunehmen oder das Medikament per Infusion zu verabreichen. Wenn der Penis, die Schamlippen oder die Scheide betroffen sind, sollte man bis zur Heilung der Pilzerkrankung auf Sex verzichten. Um einen Pingpong-Effekt zu vermeiden, sollten sich auch Partnerinnen und Partner untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Chlamydien

Chlamydien sind Bakterien. Sie verursachen Entzündungen an Schleimhäuten, am häufigsten in der Harnröhre, in der Scheide sowie im Enddarm und Analbereich. Auch im Mund- und Rachenraum können sie auftreten. Infektionen mit Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen

Bei Menschen mit HIV verlaufen Chlamydien-Infektionen meistens schwerer. Das Risiko einer HIV-Übertragung ist bei einer Chlamydieninfkektion erhöht, weil die entzündeten Schleimhäute und die Entzündungssekrete besonders viele Viren enthalten. HIV-Negative mit Chlamydien haben ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, weil HIV durch Entzündungen besonders leicht den Weg in den menschlichen Körper findet.

Verlauf
Häufig verursachen Chlamydien keinerlei Beschwerden. Treten jedoch Symptome auf, kommt es nach ein bis drei Wochen zu Ausfluss aus der Harnröhre, Jucken und Brennen sowie Schmerzen beim Wasserlassen. Eine unbehandelte Infektion mit Chlamydien kann sich im Körper weiter verbreiten. Bei Männern können sich Samenleiter, Prostata und Nebenhoden entzünden. Bei Frauen kann die Infektion in die Bauchhöhle wandern und auch die Eileiter betreffen. In manchen Fällen führt eine unbehandelte Chlamydieninfektion so zu Unfruchtbarkeit.

Übertragung
Chlamydien befinden sich in den Schleimhäuten von Harnröhre, Scheide und Enddarm, außerdem in der Scheidenflüssigkeit und im Sperma. In geringerer Konzentration findet man sie auch im Urin und im „Lusttropfen“ des Mannes. Eine Infektion ist bei allen sexuellen Praktiken möglich, bei denen es zu direktem Kontakt mit infektiösen Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten kommt. Der häufigste Übertragungsweg ist ungeschützter Vaginal- und Analverkehr. Aber auch über die Hände oder Sexspielzeug finden die Chlamydien manchmal ihren Weg.

Schutz

Kondome können eine Infektion mit Chlamydien nicht sicher verhindern, reduzieren das Risiko aber erheblich. Um eine Infektion früh zu erkennen und nicht weiterzugeben, sollten sich Menschen mit häufig wechselnden Sexpartnern regelmäßig auf Chlamydien untersuchen lassen. Frauen unter 26 Jahren können sich einmal im Jahr auf Kosten der Krankenkasse auf Chlamydien untersuchen lassen. Auch Schwangere Frauen sollten überprüfen lassen, ob sie mit Chlamydien infiziert sind, denn die Bakterien können zu Frühgeburten und einer Infektion des Neugeborenen führen.

Diagnose
Chlamydien können durch einen Abstrich (bei Frauen) oder einen Urintest (bei Männern) festgestellt werden.

Therapie
Chlamydien sind mit Antibiotika gut behandelbar. Je früher die Behandlung beginnt, desto einfacher und kürzer ist sie normalerweise. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sollte auf Sex verzichtet werden, bis die Therapie abgeschlossen ist. Sexpartner sollten sich untersuchen und gegebenenfalls mit behandeln lassen, damit kein „Pingpong“-Effekt eintritt

Darmparasiten

Unter dem Begriff Darmparasiten fasst man verschiedene Kleinstlebewesen zusammen, die sehr unangenehme Folgen im Magen-Darm-Trakt und im Analbereich hervorrufen können. Besonders häufig sind Infektionen mit Amöben, dem Dünndarm-Parasiten Giardia lamblia und Madenwürmern. Sie können über Nahrungsmittel, aber auch beim Sex übertragen werden.

Bei Menschen mit HIV verläuft die Infektion mit Gardia lamblis meistens  heftiger und mit stärkeren Beschwerden. Der Erreger dringt bei ihnen häufiger in die Bauchspeicheldrüse und Gallenblase vor. Die Folge sind Entzündungen mit heftigen krampfartigen Schmerzen im Oberbauch, starke Übelkeit und Erbrechen.

Verlauf
Amöben können heftige Bauchschmerzen, Fieber und blutig-schleimigen Durchfall verursachen. Meistens verläuft die Infektion allerdings unbemerkt. Eine Infektion mit Giardia lamblia führt ebenfalls zu Durchfall und Bauchschmerzen, außerdem zu übel riechenden Blähungen, Erbrechen, Fieber und Gewichtsabnahme. Meist bessert sich die Krankheit nach zwei bis drei Wochen von alleine, aber die Erreger können auch dauerhaft krank machen. Madenwürmer verursachen heftigen Juckreiz  und Entzündungen im Analbereich. Kratzt man daran, können Infektionen mit Bakterien hinzukommen. Bei starkem Befall kann es zu einer Entzündung des Dickdarms kommen. Bei  Frauen dehnt sich die Infektion in manchen Fällen auf die Schamlippen und die Scheide aus.

Übertragung
Amöben und der Erreger Giardia lamblia verbreiten sich über den menschlichen Kot. Indem man Spuren davon über den Mund aufnimmt, gelangen sie in den Körper. In südlichen Ländern geschieht dies häufig durch verschmutzte Lebensmittel oder Trinkwasser. Auch beim Sex können die Parasiten übertragen werden. Madenwürmer leben im Dickdarm. Die Weibchen kommen aber in der Nacht hervor und legen ihre Eier zwischen den Pobacken ab. Kratzt man im Schlaf an den juckenden Stellen, gelangen die Eier unter die Fingernägel und von dort aus später wieder in den Mund, was die Infektion verschlimmert. Die Eier können auch auf andere Menschen übertragen werden. Besonders leicht passiert das beim Sex, vor allem beim Lecken der Scheide oder des Analbereichs („Rimming“). Aber auch über Lebensmittel, Bettwäsche und Handtücher können die Eier übertragen werden. Sogar so genannte Staubinfektionen kommen vor, etwa wenn die Eier beim Aufschütteln der Bettwäsche aufgewirbelt werden.

Schutz
Händewaschen nach dem Toilettengang, Körperpflege  und ein hygienisches Umfeld reduzieren das Risiko, sich mit Parasiten zu infizieren.

Diagnose
Ein Amöben- und Giardia-lamblia-Befall wird in einer möglichst frischen Kotprobe nachgewiesen. Bei Verdacht auf Madenbefall können die Eier nachgewiesen werden. Sie werden zwischen den Pobacken mit einem Klebestreifen aufgesammelt, dann wird die Probe im Labor untersucht. Manchmal finden sich auch abgestorbene Würmer oder Eier in der Unterwäsche.

Therapie
Alle drei genannten Darmparasiten  können mit Medikamenten gut behandelt werden. Achtung: Wenn die Symptome verschwinden, heißt das nicht automatisch, dass die Erreger aus dem Körper verschwunden sind. Das kann nur ein Test im Labor klären. Bei Madenwürmern können die Medikamente nur die Würmer, nicht aber die Eier abtöten. Deswegen muss  die Therapie nach etwa drei Wochen wiederholt werden. Partner und Familienangehörige sollten sich ebenfalls untersuchen lassen, damit es nicht zu einem Pingpongeffekt kommen kann. Sexspielzeug sollte man sorgfältig reinigen. Angebrochene Töpfe und Tuben mit Gleitmittel sollte man wegwerfen, da sich auch von dort aus die Parasiten wieder neu verbreiten könnten. Bei Madenwurmbefall gelten für sechs Wochen verstärkte Hygieneregeln. Dazu gehören häufiges Waschen des Analbereichs und der Hände sowie häufiges Waschen von Unter- und Bettwäsche.

Feigwarzen - HPV

Feigwarzen sind eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Es handelt sich um kleine warzenartige Wucherungen im Genital- und Analbereich, seltener auch im Mund. Verursacht werden sie von Humanen Papilloma-Viren (HPV). Davon gibt es sehr viele verschiedene Arten. Einige verursachen die Feigwarzen, andere sind maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und Analkrebs beteiligt.

Bei Menschen mit HIV kommen HPV-Infektionen und Feigwarzen besonders häufig vor, und sie sind häufiger mit mehreren HPV-Typen gleichzeitig infiziert. Die Feigwarzen sind hartnäckiger und kommen vermehrt auch im Mund vor. Bei einer fortgeschrittenen HIV-Infektion wirkt möglicherweise die Behandlung schlechter. Außerdem steigt das Risiko von Anal- und Gebärmutterhalskrebs.

Menschen mit HIV sollten sich deswegen mindestens einmal jährlich auf Vorstufen von Analkrebs untersuchen lassen beziehungsweise die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs in Anspruch nehmen.

Verlauf
In den meisten Fällen wird der Körper selber mit einer HPV-Infektion fertig, und die Viren verschwinden wieder. Wenn nicht, bilden sich Wochen bis Monate nach der Infektion kleine, spitze Feigwarzen. Sie verursachen zunächst meist keine Beschwerden. Bleiben sie unbehandelt, können sie aber zu größeren Gewächsen werden, deren Oberfläche an Blumenkohl erinnert. Feigwarzen können auch heftig juckende Entzündungen im Analbereich verursachen. In anderen Fällen führen HPV-Infektionen nach längerer Zeit zu Krebsgeschwüren. Dafür sind aber andere HPV-Typen verantwortlich als für die Feigwarzen.

Übertragung
HPV ist leicht übertragbar. Das Virus befindet sich in Hautschuppen, die beim Sex leicht von einem zum anderen Partner wandern können. Durch kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut findet HPV seinen Weg in den Körper. Eine frische Intimrasur erhöht das Risiko, weil sie kleine Verletzungen verursacht.

Schutz
Kondome reduzieren das Risiko nur wenig, weil HPV so leicht übertragbar ist. Eine frühzeitige Entfernung von Feigwarzen verringert das Ansteckungsrisiko für Andere. Menschen mit wechselnden Sexpartnern sollten sich regelmäßig untersuchen lassen, um die Feigwarzen gegebenenfalls frühzeitig entfernen lassen zu können. Gegen bestimmte HPV-Varianten kann man sich außerdem impfen lassen. Empfohlen wird eine Impfung für junge Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, da sie in diesem Alter meist noch nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Der Impfstoff wirkt gegen die meisten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs oder Feigwarzen verursachen. Einen vollständigen Schutz bietet er aber nicht.

Diagnose
Eine Untersuchung auf HPV selbst wird normalerweise nicht durchgeführt und auch nicht empfohlen, denn so lange sich keine Symptome zeigen, ist eine Therapie weder möglich noch nötig. Haben sich Feigwarzen gebildet, erkennen spezialisierte Ärztinnen und Ärzte (Proktologen) sie auf den ersten Blick oder durch Tasten mit dem Finger. Um festzustellen, ob Krebsvorstufen vorliegen, macht man im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen einen Abstrich. Die Zellen des Gebärmutterhalses werden dann im Labor untersucht. Für Menschen mit HIV bieten HIV-Schwerpunktpraxen auch Abstriche des Analkanals an, um Vorstufen von Analkrebs frühzeitig feststellen zu können.

Therapie
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung gegen Feigwarzen. Dazu gehören Cremes, Vereisung und Laserbehandlungen. Auch Zäpfchen, die das Immunsystem stärken, kommen zum Einsatz. Größere Gewächse werden chirurgisch entfernt. Leider gibt es keine Erfolgsgarantie: Oft kommen die Feigwarzen zurück, denn  eine direkte Therapie gegen die Viren gibt es nicht. Nach einer Behandlung empfiehlt es sich daher, den Erfolg regelmäßig zu überprüfen. Bei einer Behandlung gegen HPV sollte sich auch der Partner untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Krebsvorstufen können mit verschiedenen Verfahren entfernt werden, zum Beispiel chirurgisch.

Filzläuse

Filzläuse sind kleine Insekten, die sich in der Schambehaarung einnisten und vermehren. Auch in anderen behaarten Regionen des Körpers sind sie manchmal zu finden, zum Beispiel unter den Achseln, an den Oberschenkeln oder in den Barthaaren. Nur sehr selten wandern sie in die Kopfbehaarung oder die Augenbrauen.

Verlauf
Filzlausbefall macht sich zunächst durch Juckreiz bemerkbar. Durch den Biss der Parasiten können bläuliche Flecken entstehen. In der Unterwäsche findet man oft bräunliche Flecken, die von den Ausscheidungen der Läuse stammen.

Übertragung
Filzläuse werden durch engen Körperkontakt übertragen, in aller Regel beim Sex. Gelegentlich verbreiten sich Filzläuse auch durch gemeinsam genutzte Kämme, Handtücher oder Bettwäsche.

Schutz
Wer Filzläuse hat, sollte auf Sex und anderen engen Körperkontakt verzichten, um sie nicht an andere weiterzugeben.

Diagnose
Filzläuse sind mit bloßem Auge gut erkennbar. Unter der Lupe sieht man auch ihre weißlichen Eier, die so genannten Nissen, die sie meistens an den Schamhaaren befestigen.

Therapie
Um Läuse und Eier abzutöten, werden chemische Mittel (Insektizide) auf die befallenen Körperstellen aufgetragen. Einige Mittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Nissen kann man mit einer Mischung aus Essig und Wasser (1:2) und einem Läusekamm entfernen. Nach acht bis zehn Tagen muss die Prozedur wiederholt werden, um neu geschlüpfte Läuse aus verbliebenen Nissen zu abzutöten. Eine Rasur der befallenen Hautstellen ist hilfreich, aber nicht notwendig. Handtücher, Bettwäsche, Unterwäsche und Schlafanzug sollten täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Wäsche, die das nicht verträgt, verpackt man vier Wochen fest in einer Plastiktüte, um die Tiere auszuhungern. Kämme und Bürsten legt man für zehn Minuten in 60 Grad heißes Wasser, anschließend eine Stunde in ein Desinfektionsmittel. Bis zum Ende der Behandlung sollte man auf engen Körperkontakt verzichten. Sexpartner sollten sich auf Filzläuse untersuchen lassen, um einen Pingpong-Effekt zu vermeiden.

Hepatitis

Hepatitis bedeutet Leberentzündung. Eine Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Eine Leberentzündung kann viele Ursachen haben, zum Beispiel Viren und Bakterien, aber auch Alkohol und Drogen. Die übertragbare Hepatitis wird meistens durch Viren hervorgerufen. Es gibt verschiedene Formen, die mit den Buchstaben A, B, C, D und E bezeichnet werden. Die Folgen sind sehr verschieden. Hepatitis A heilt von alleine wieder. Hepatitis B und C können dauerhaft krank machen und schwer wiegende Folgen haben.

Hepatitis B und C verlaufen bei Menschen mit HIV häufiger chronisch. Außerdem besteht ein höheres Risiko, dass sich eine Leberzirrhose entwickelt. Für Menschen mit HIV ist das Risiko, sich beim ungeschützten Sex mit Hepatitis C zu infizieren, offenbar höher. Die Therapie einer Hepatitis muss mit der HIV-Therapie abgestimmt werden.

Ausführliche Informationen zu allen Formen von Hepatitis findest du unter aidshilfe.de.

Verlauf
Relativ häufig bringt eine Infektion mit Hepatitisviren zu Beginn überhaupt keine Krankheitszeichen hervor. Wenn Symptome auftreten, können sie vielfältig sein.
Oft treten grippeähnliche Beschwerden wie leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Auch Schmerzen im rechten Oberbauch, dunkler Urin und heller Stuhl können ein Anzeichen von Hepatitis sein.
Eine Gelbfärbung von Augen und Haut („Gelbsucht“) gilt zwar als typisch, bleibt aber in den meisten Fällen aus.
Hepatitis B und C können sich dauerhaft im Körper festsetzen, dann spricht man von einem chronischen Verlauf. Ohne Behandlung droht nach Jahren oder Jahrzehnten die Entstehung einer Leberzirrhose (Schrumpfleber), Leberversagen und Leberkrebs.

Übertragung
Hepatitis A wird übertragen, wenn Kotspuren in den Mund geraten, etwa durch verunreinigte Lebensmittel und Wasser (in südlichen Ländern) oder beim Sex. Der Erreger von Hepatitis B befindet sich vor allem im Blut, aber auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Samenflüssigkeit und Speichel. Hepatitis B wird meistens beim Sex übertragen. Das Virus, das Hepatitis C verursacht, befindet sich im Blut. Es wird häufig durch gemeinsam benutzte Spritzen beim Drogenkonsum weitergegeben, seltener auch beim Sniefen von Drogen wie Kokain, wenn mehrere Leute dasselbe Röhrchen benutzen. Beim Sex ist eine Übertragung sehr selten, kann aber vorkommen – vor allem bei HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern haben.

Schutz
Gegen Hepatitis A und B bietet eine Impfung den besten Schutz. Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung. Hier gilt es, Blutkontakt zu vermeiden. Wer sich Drogen spritzt, kann sich schützen, indem er auf den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen verzichtet. Beim Sniefen (Schnupfen) und Rauchen von Drogen sollte jeder nur sein eigenes Röhrchen/einen eigenen Geldschein oder die eigene Pfeife benutzen. Tätowierungen und Piercings sollte man nur bei Profis machen lassen, die unter hygienischen Bedingungen arbeiten. Beim Sex sollte Blutkontakt vermieden werden. Kondomgebrauch beim Anal- und Vaginalverkehr oder Gebrauch von Sexspielzeug sowie Latexhandschuhe beim Fisten senken das geringe Risiko einer sexuellen Übertragung weiter. Für jeden neuen Partner ein neues Kondom/neue Handschuhe/dessen eigenes Gleitmittel verwenden, Sexspielzeug, das mit Blut in Berührung kommen kann, gründlich desinfizieren.Mehr Informationen zum Schutz gegen Hepatitis C gibt es hier.

Diagnose
Eine Hepatitis wird durch eine Blutuntersuchung festgestellt.

Therapie
Eine Behandlung gegen Hepatitis A gibt es nicht, sie geht aber von alleine vorüber. Auch eine Hepatitis B oder Hepatitis C kann ohne Therapie ausheilen. Wird sie chronisch, kann sie mit Medikamenten behandelt werden. Eine Hepatitis-Behandlung kann aber sehr langwierig sein und erhebliche Nebenwirkungen haben. Sonstige Maßnahmen: Wer an einer Hepatitis erkrankt ist, sollte auf gesunde, fettarme Ernährung achten und leberschädigende Substanzen wie Alkohol, Drogen und verzichtbare Medikamente meiden.

Herpes

Herpes an den Lippen kennt fast jeder: Es bilden sich schmerzhafte kleine Bläschen, die nach einiger Zeit zwar wieder abheilen, jedoch immer wieder kommen können. Verursacht wird Herpes von Viren. Hat man sich einmal infiziert, bleiben sie lebenslang im Körper und können immer wieder Herpesbläschen verursachen. Herpes kann auch an anderen Stellen des Körpers auftreten, vor allem im Genital- und im Analbereich.

Bei HIV-Infizierten sind die Herpesbläschen manchmal über größere Bereiche ausgebreitet. Bei stark immungeschwächten Menschen kommt es auch häufiger zu schweren Verläufen mit Befall innerer Organe oder des Gehirns. Dann kann Herpes lebensbedrohlich werden.

Durch eine Herpes-Infektion steigt das Risiko, HIV weiterzugeben, denn die Bläschen enthalten das Virus in hoher Konzentration. HIV-Negative mit einer Herpesinfektion können sich leichter mit HIV infizieren, weil das Virus durch die geschädigten Schleimhäute leichter in den Körper eindringen kann.

Verlauf
Herpes-Viren befallen vor allem empfindliche Stellen der Haut sowie Schleimhäute. Einige Tage nach der Infektion macht es sich durch Jucken, Brennen oder Spannen der Haut bemerkbar, dann entstehen Bläschen, die schließlich aufplatzen und kleine Geschwüre hinterlassen. Möglich sind auch geschwollene Lymphknoten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Diese Symptome verschwinden meist innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder. Die Herpes-Viren sind dann aber nicht aus dem Körper verschwunden. Sie bleiben lebenslang im Körper und können immer wieder aktiv werden, dann kommt es erneut zur Bildung von Herpes-Bläschen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man im Stress ist oder wenn der Körper durch eine andere Krankheit geschwächt ist. Normalerweise ist Herpes zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlich. Greift eine Infektion auf das Auge über, droht allerdings eine Verminderung der Sehkraft. In seltenen Fällen befällt das Virus auch innere Organe, das Nervensystem oder das Gehirn.

Übertragung
Herpes ist leicht übertragbar. Ein besonders hohes Risiko besteht bei direktem Kontakt mit den Bläschen oder Geschwüren, zum Beispiel beim Küssen oder beim Sex. Aber Herpes kann auch durch Tröpfchen- und Schmierinfektion weitergegeben werden, also zum Beispiel durch Husten, Niesen oder das gemeinsame Benutzen eines Glases. Das Virus kann außerdem von einer Körperregion zur anderen gelangen, zum Beispiel über die Hände. Besonders gefährlich: Herpes kann von schwangeren Frauen auf ihr Kind übertragen werden. Für ein Neugeborenes besteht dann Lebensgefahr.

Schutz
Weil Herpes so leicht übertragbar ist, gibt es keinen sicheren Schutz. Kondome reduzieren lediglich das Risiko. Den Kontakt mit Herpesbläschen und -geschwüren sollte man meiden. Hat man sie berührt, hilft gründliches Händewaschen. Eine Impfung gegen Herpes gibt es nicht.

Diagnose
Herpes ist anhand der typischen Krankheitsanzeichen für den Arzt leicht erkennbar.

Therapie
Herpes-Viren lassen sich nicht wieder aus dem Körper entfernen. Medikamente können aber ihre Vermehrung im Körper verringern. Meistens werden die antiviralen Wirkstoffe als Creme auf die befallenen Stellen aufgetragen. Sie können aber auch in Form von Tabletten oder Injektionen verabreicht werden, wenn die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt oder ein stärkerer Ausbruch der Krankheit verhindert werden soll.

Krätze

Die Krätze (auch Skabies genannt) ist eine Hautkrankheit, die sich durch heftigen Juckreiz bemerkbar macht. Verursacht wird sie von Milben. Das sind winzige Spinnentiere, die in den oberen Hautschichten von Menschen leben. Die Krätze ist keine Geschlechtskrankheit im engeren Sinne, wird aber auch beim Sex übertragen.

Bei Menschen mit Immunschwäche, zum Beispiel durch HIV, vermehren sich die Milben oft wesentlich stärker. Manchmal entsteht dann die so genannte „krustige Skabies“, bei der es verstärkt zu Schuppen- und Borkenbildung auf der Haut kommt und die hoch ansteckend ist.

Verlauf
Nach durchschnittlich vier Wochen beginnen die befallenen Hautstellen zu jucken, wobei die Beschweren durch Wärme zunehmen. Das macht sich besonders stark nachts unter der Bettdecke bemerkbar. Auf der Haut treten Knötchen und Pusteln auf, vor allem dort, wo es warm ist, zum Beispiel in den Fingerzwischenräumen oder im Genitalbereich. Auch am restlichen Körper kann Ausschlag auftreten.

Übertragung
Die Übertragung der Milben erfolgt vor allem durch direkten Hautkontakt, zum Beispiel beim Sex. Manchmal wird die Infektion auch durch gemeinsame Benutzung von Betten, Handtüchern oder Kleidung übertragen. Mangelnde Hygiene begünstigt die Verbreitung der Milben, aber Krätze tritt auch unter guten hygienischen Bedingungen auf.

Schutz
Sich vor Krätze zu schützen, ist schwierig. Schon die Übertragung eines einzigen Milbenweibchens kann ausreichen, um die Erkrankung auszulösen. Körperkontakt mit Personen, die an Krätze leiden, sollte man daher vermeiden. Hygiene trägt zur Vorbeugung bei, vor allem in Gemeinschaftsunterkünften und anderen öffentlichen Orten. Auch Körperpflege ist hilfreich, denn gesunde und gut gepflegte Haut ist  widerstandsfähiger gegen Krätzemilben.

Diagnose
Die Krätze können Ärzte anhand der Symptome leicht erkennen. Absolute Sicherheit gibt die mikroskopische Untersuchung von Hautstückchen.

Therapie
Die Krätze wird mit chemischen Mitteln (Insektiziden) behandelt, die auf die Haut aufgetragen werden. Dabei muss mit Ausnahme des Gesichts und der Kopfhaut der gesamte Körper behandelt werden. Je nach Mittel wird die Therapie ein bis zweimal wiederholt. (Sex-)Partner von Menschen mit Krätze sollten sich mit behandeln lassen, auch wenn sie noch keine Krankheitszeichen aufweisen. Kleidung und Bettwäsche sollte man bei 60 Grad waschen. Empfindliche Kleidung und Gegenstände wie Plüschtiere kann man 14 Tage lang in einem Plastiksack packen, um die Milben auszuhungern. Polstermöbel, Betten und ähnliche Möbel mehrfach staubsaugen oder chemisch reinigen.

Syphilis

Syphilis ist eine leicht übertragbare Krankheit, die von Bakterien verursacht wird. Früh erkannt, kann die Syphilis heutzutage mit Antibiotika gut geheilt werden. Wenn sie aber nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie schwerwiegende gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Die Syphilis wird auch Lues oder „harter Schanker“ genannt.

Bei Menschen mit HIV schreitet die Krankheit oft schneller voran. Bei ihnen bricht die Krankheit auch häufiger wieder aus, obwohl sie Medikamente dagegen erhalten haben. Außerdem fällt der Bluttest auf Syphilis bei Menschen mit HIV manchmal negativ aus, obwohl eine Infektion vorliegt.

Nach einer Syphilis-Therapie muss bei HIV-Positiven noch regelmäßig ein Blutttest durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Syphilis wirklich dauerhaft erfolgreich therapiert wurde und nicht wiederaufflammt.
Syphilisinfektionen werden von der Praxis beziehungsweise dem Labor, in der sie festgestellt werden, an das Robert-Koch-Institut gemeldet, das die Verbreitung von Infektionskrankheiten in Deutschland überwacht. Der Name des Patienten wird dabei aber nicht genannt.

Verlauf
Die Syphilis bringt sehr verschiedene Beschwerden und Verläufe hervor. Deswegen wird sie oft übersehen oder mit anderen Krankheiten verwechselt. Zu Beginn entsteht oft ein kleines Geschwür an der Stelle, wo der Erreger in den Körper eingedrungen ist, zum Beispiel am Penis, in der Scheide, im Analbereich oder am Mund. Hinzu kommen Schwellungen der Lymphknoten. Diese Symptome klingen meist von selber wieder ab. Nach etwa zwei Monaten kann es zu Beschwerden wie Fieber,  Kopf- und Gelenkschmerzen kommen. Häufig bilden sich Hautausschläge und Belag auf der Zunge. Auch diese Krankheitszeichen klingen von alleine wieder ab. Meist macht sich die Syphilis danach nicht mehr bemerkbar. Kommt es stattdessen nach Jahren zur dritten Phase der Krankheit, treten überall am Körper Geschwüre auf. Auch die Organe und das Nervensystem können geschädigt werden – bis hin zu Taubheit, Blindheit und geistigem Verfall. Dank guter Behandlungsmöglichkeiten kommt es dazu aber heute so gut wie gar nicht mehr.

Übertragung
Die Syphilis ist leicht übertragbar. Die Erreger befinden sich überall, wo sich Haut oder Schleimhaut durch die Krankheit verändern und Flüssigkeit absondern, außerdem im Blut. Über kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut (zum Beispiel im Mund, im Analbereich, am Penis oder in der Scheide) können die Bakterien in den Körper eines anderen Menschen eindringen. Meistens passiert das beim ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr. Aber auch beim Oralverkehr kann die Syphilis übertragen werden. Besonders leicht ist eine Übertragung von gemeinsam benutzten Spritzen beim Drogenkonsum. Schwangere Frauen können die Bakterien an ihr ungeborenes Kind weitergeben. Auch Menschen, die keine Symptome spüren, können andere anstecken.

Schutz
Das Risiko einer Syphilis kann man beim Sex nicht vollständig ausschließen, durch Kondome aber senken. Den Kontakt mit nässenden Hautstellen des Partners sollte man meiden. Kommen Sexspielzeuge zum Einsatz, sollte man für jeden Partner und jede Partnerin ein neues Kondom darüber ziehen und danach gründlich reinigen. Besonders wichtig: Menschen, mit häufig wechselnden Sexualpartnern sollten sich einmal im  Jahr auf Syphilis testen lassen, um die Krankheit gegebenenfalls rechtzeitig behandeln zu können und sie nicht weiterzugeben.

Diagnose
Bei Verdacht auf Syphilis wird ein Bluttest durchgeführt.


Therapie
Die Syphilis wird mit Antibiotika behandelt, meistens mit Penizillin. Die Medikamente werden in einen Muskel gespritzt oder – bei schweren Verläufen – per Infusion in eine Ader gegeben. Wird die Krankheit in den ersten beiden Stadien behandelt, dauert die Therapie zwei bis drei Wochen. Auch in späteren Krankheitsphasen ist eine Behandlung noch möglich, allerdings dauert die Therapie dann meistens länger.
Menschen mit einer Syphilis sollten auf Sex verzichten, bis die Therapie beendet ist. Soweit möglich, sollten sie ihre Sexpartnerinnen und -partner informieren, dass sie sich infiziert haben könnten. Auch die sollten sich unbedingt auf Syphilis untersuchen lassen.

Trichomoniasis

Die Trichomoniasis ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion. Sie betrifft vor allem Frauen. Verursacht wird sie von so genannten Trichomonaden, das sind winzige einzellige Lebewesen, die auch „Geißeltierchen“ genannt werden. Die Infektion führt meistens zu Entzündungen in der Blase, der Harnröhre oder der Scheide. 

Eine Trichomoniasis erhöht das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, weil Entzündungen dem Virus den Weg in den Körper erleichtern.

Verlauf
Die Infektion macht sich durch Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen beim Sex bemerkbar. Oft tritt das Gefühl auf, pinkeln zu müssen. Typisch ist ein gelblich-grünlicher Ausfluss, der sehr unangenehm riecht. Häufig sind allerdings überhaupt keine Symptome zu spüren. Wird die Infektion verschleppt, besteht die Gefahr, dass die Krankheitserreger sich weiter ausbreiten und zum Beispiel die Eileiter schädigen. Im schlimmsten Fall entsteht auf diese Weise Unfruchtbarkeit. Bei Schwangeren mit einer Trichomoniasis kommt es häufiger zu Komplikationen, zum Beispiel zu einer Frühgeburt. Wenn Männer von Trichomonaden befallen sind, spüren sie davon meist nichts. Manchmal entstehen leichte Entzündungen mit Ausfluss und Brennen. Auch wenn keine Beschwerden auftreten, können sie die Infektion auf ihre Partnerinnen oder Partner übertragen.

Übertragung
Die Übertragung erfolgt meistens beim Geschlechtsverkehr, aber auch durch Schmierinfektion, zum Beispiel über gemeinsam benutzte Sexspielzeuge oder beim Petting. In relativ seltenen Fällen verbreiten sich Trichomonaden über Handtücher oder in nicht chlorierten Bädern weiter. Infizierte Frauen können zudem den Erreger bei der Geburt auf ihr Kind übertragen.

Schutz
Kondome reduzieren das Risiko beim Geschlechtsverkehr erheblich. Allerdings können Trichomonaden auch durch andere Sexpraktiken weitergegeben werden.

Diagnose
Es wird etwas Flüssigkeit aus der Vagina oder der Harnröhre entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Auch mit einer Urinprobe lassen sich Trichomonaden nachweisen.

Therapie
Gegen Trichomonaden gibt es Medikamente. Meistens müssen sie nur einmal eingenommen werden. Schwangere bekommen Zäpfchen, die in die Scheide eingeführt werden. Bis die Behandlung abgeschlossen ist, sollte auf Sex verzichtet werden. Sexpartnerinnen und -partner sollten sich ebenfalls untersuchen lassen, um einen Pingpong-Effekt zu vermeiden.

Tripper (Gonorrhoe)

Der Tripper ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Medizinisch wird er auch Gonorrhoe genannt. Verursacht wird die Krankheit von Bakterien, die als „Gonokokken“ bekannt sind. Sie können alle Schleimhäute befallen, typischerweise die Harnröhre, aber auch den Enddarm und den Mund- und Rachenraum.

Ein Tripper erhöht das Risiko einer HIV-Übertragung. Bei HIV-Positiven enthalten die entzündeten Schleimhäute besonders viele Viren. Das gleiche gilt für die Flüssigkeiten, die diese Schleimhäute absondern. Bei HIV-Negativen erleichtert die Entzündung dem Virus den Eintritt in den Körper.

Verlauf
Nach wenigen Tagen führt der Bakterienbefall der Schleimhäute zu Entzündungen. Zugleich bildet sich Eiter. Bei Männern tritt er als milchig-weißer, später cremig-gelber Ausfluss aus der Harnröhre aus. Männer haben bei Tripper in der Harnröhre typischerweise nach drei Tagen erhebliche Beschwerden. Es brennt und juckt. Frauen haben oft Schmerzen beim Wasserlassen, bei ihnen kann die Entzündung der Harnröhre aber auch ohne Beschwerden verlaufen. Bei der Infektion anderer Schleimhäute kann der Tripper leicht übersehen werden: Wenn die Krankheitszeichen zum Beispiel im Rachenraum auftreten, verwechselt man sie leicht mit einer Erkältung. Auch bei einer Infektion des Enddarms wird der Tripper meist nicht erkannt. Wichtig: Auch wenn die Beschwerden wieder zurückgehen, kann ein unbehandelter Tripper sich weiter im Körper ausbreiten und Folgen bis hin zu Unfruchtbarkeit verursachen.

Übertragung
Die Infektion ist leider sehr leicht übertragbar, und zwar nicht nur beim Vaginal- oder Analverkehr, sondern zum Beispiel auch beim Oralverkehr („Blasen“). Ein Risiko besteht vor allem dann, wenn Schleimhäute direkt miteinander in Kontakt kommen. Außerhalb der menschlichen Schleimhaut sind die Gonokokken nicht lange überlebensfähig. Eine Ansteckung über Toiletten, Handtücher und Ähnliches ist darum extrem unwahrscheinlich.

Schutz
Kondome beim Vaginal- und Analverkehr vermindern das Risiko einer Übertragung erheblich.

Diagnose
Ein Tripper lässt sich durch einen Abstrich feststellen.

Therapie
Die Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Allerdings treten immer häufiger Erreger auf, die gegen bestimmte Medikamente schon resistent (unempfindlich) sind. Die Therapie ist deswegen manchmal kompliziert. Bis zum Ende der Behandlung sollte auf sexuelle Kontakte verzichtet werden, um die Infektion nicht weiterzugeben. Um einen Pingpong-Effekt zu vermeiden sollten sich auch Sexpartnerinnen und -partner untersuchen lassen – auch wenn sie keine Beschwerden haben.

Vaginose

Bei einer Vaginose ist das natürliche Gleichgewicht von Bakterien in der Scheide gestört.  Bestimmte Bakterien nehmen überhand und verdrängen andere Bakterien, die für die Gesundheit der Scheide hilfreich sind. Es kommt zu einer Reizung beziehungsweise Entzündung der Scheidenwände.

Frauen mit einer Vaginose haben ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, da die Entzündung in der Scheide dem Virus das Eindringen in den Körper erleichtert.

Verlauf
Bei einer Vaginose entsteht meistens ein graugelblicher Ausfluss mit fischartigem Geruch. Zugleich treten Juckreiz oder Brennen beim Wasserlassen auf. Es kommt allerdings auch häufig vor, dass Frauen mit einer Vaginose keine oder nur schwache Anzeichen der Erkrankung spüren. Wenn eine Vaginose nicht behandelt wird, können sich auch andere Bakterien, Viren und Pilze in der Scheide leichter vermehren. Eine unbehandelte Vaginose kann im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit führen.

Übertragung
Die Bakterien, die eine Vaginose verursachen, finden sich in geringer Menge bei vielen Frauen. Sie verursachen oft keine Probleme. Manchmal steigt die Menge der Bakterien aber an, so dass sie eine Vaginose auslösen. Unter anderem können hormonelle Schwankungen und Stress dazu führen, dass sich die schädlichen Bakterien in der Scheide verstärkt vermehren. Außerdem sind die Bakterien sexuell übertragbar. Bei Frauen mit wechselnden Sexualpartnern oder -partnerinnen tritt die Erkrankung deshalb häufiger auf. Dazu muss man wissen: Auch Männer können sich mit den Bakterien infizieren, die eine Vaginose hervorrufen. Bei ihnen führt die Infektion zwar meistens zu keinen Beschwerden. Sie können sie aber auf ihre Partnerinnen übertragen. Die Bakterien können außerdem nicht nur beim Sex übertragen werden. Auch über gemeinsam benutzte Waschlappen und Handtücher ist eine Infektion zum Beispiel denkbar.

Schutz
Kondome senken das Risiko der Übertragung.

Diagnose
Wenn Ausfluss auftritt, wird ein Abstrich genommen, der dann im Labor analysiert wird.

Therapie
Eine Vaginose wird mit Antibiotika behandelt. Die Therapie dauert meistens eine Woche. Partnerinnen und Partner von Frauen mit einer Vaginose sollten sich ebenfalls untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen, um einen Pingpong-Effekt zu vermeiden.

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