Infos zu Partydrogen und Potenzmittel - Wirkungen und Nebenwirkungen

Chemische Drogen gehören heute für manche Freunde der Nacht so selbstverständlich zum Wochenende wie Bier und Zigaretten. Koks, Ecstasy, GHB und Co. nennt man deswegen auch Partydrogen. Das mag so harmlos klingen wie Partysnack oder Knabbermix, doch wer Ekstase, Entspannung oder sexuelle Lust durch chemische Hilfsmittel sucht, sollte sich darüber bewusst sein, dass sie auch unerwünschte Nebeneffekte haben können – für ihn bzw. sie selbst und für andere. Die Gefahr, HIV weiterzugeben oder sich selbst nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen zu schützen, ist unter Drogeneinfluss bei vielen Menschen erhöht.

Für Menschen mit HIV können Partydrogen aus noch zwei weiteren Gründen gefährlich werden. Zum einen führen manche Substanzen zu Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten. Die Folgen sind im leichtesten Fall unangenehm, im schwersten Fall lebensbedrohlich. Zum anderen können die Drogen psychische Erkrankungen, die in Zusammenhang mit der HIV-Infektion stehen, verschlimmern.

Wechselwirkungen entstehen zu einem großen Teil in der Leber. Sowohl HIV-Medikamente als auch Drogen werden hier vom Körper verarbeitet, die Stoffe werden mit Hilfe von Enzymen ab- und umgebaut. Diese Prozesse können einander ins Gehege kommen, sich gegenseitig abschwächen oder verstärken. So behindern zum Beispiel manche HIV-Medikamente den Abbau von Drogen wie Speed, Ecstasy, Crystal und GHB, so dass diese länger und stärker wirken. Es droht Überdosierung – Todesfälle sind bereits vorgekommen! Bestimmte Kombinationen von HIV-Medikamenten und Drogen schädigen außerdem die Leber besonders stark. 

Partydrogen können außerdem  Nebenwirkungen von HIV-Medikamenten wie Schlaflosigkeit, Depression und Verwirrtheit steigern. Manche psychische Nebenwirkungen von Medikamenten, die vorher nicht aufgetreten sind, können durch Drogengebrauch ausgelöst werden. Und wenn HIV bereits neurologische Schäden mit psychischen Folgen verursacht hat, können Partydrogen diese noch verschärfen. Generell werden psychische Beschwerden wie Depressionen oder Ängste durch Partydrogen oft verstärkt. Manchmal entstehen dabei dauerhafte Schäden.

Wer Partydrogen nimmt, sollte sich aus diesen Gründen sehr genau informieren, welche Folgen sie haben können. Detaillierte Infos zu allen Substanzen und ihren Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten gibt die Website hiv-drogen.de der Deutschen AIDS-Hilfe.

Alkohol

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Genuss und Konsum von Alkohol sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Wirkungen und Nebenwirkungen 

In kleineren Mengen wirkt der Genuss von Alkohol anregend und entspannend. In größeren Mengen führt der Konsum zu Störungen des Denk-, Sprech- und Reaktionsvermögens, Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnislücken, Enthemmung und Aggressivität. Bei einer Überdosierung kann es zu Übelkeit und Erbrechen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit kommen. Die Langzeitfolgen von starkem Alkoholkonsum sind:

  • Fettleber und Leberzirrhose, Magengeschwüre, Bluthochdruck
  • Nervenschäden (Polyneuropathie)
  • Schlafstörungen, Depression
  • reduzierte geistige Leistungsfähigkeit
  • Psychosen, Wahnvorstellungen
  • Krampfanfälle
  • Delir
  • Demenz
  • es besteht die Gefahr, eine körperliche und psychische Abhängigkeit zu entwickeln


Wechselwirkung mit anderen Drogen

  • Der gleichzeitige Konsum von Alkohol und Benzodiazepinen (Tranquilizer) oder Opioiden (Heroin, Methadon) führt zur Herabsetzung der Atmung bis hin zur Atemlähmung.
  • Der zeitgleiche Konsum von Alkohol und GHB führt  häufig zu Erbrechen und zur Herabsetzung der Atmung bis hin zur Atemlähmung.
  • Beim gleichzeitigem Konsum von Amphetaminen gibt es ein erhöhtes (in Verbindung mit Potenzmitteln stark erhöhtes) Risiko für Leberschädigungen.


Gesundheitstipps und Safer Use

Der Alkoholkonsum bei Einnahme von Medikamenten und anderen Drogen sollte generell reduziert oder vermieden werden. Unkalkulierbare Wechselwirkungen und Leberschädigungen können die Folge sein.

Cannabis (Dope - Gras - Marihuana - Shit)

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von Cannabis sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Der Wirkstoff ist Tetrahydrocannabinol (THC). Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de

Wirkungen und Nebenwirkungen

In kleineren Mengen kannn der Konsum von THC Euphorie, veränderte und intensivere Sinneswahrnehmungen, Steigerung der sexuellen Lust, Appetitanregung und Beruhigung bis hin zur Schläfrigkeit hervorrufen. Desweiteren können Muskelentspannung, Schmerzdämpfung, gesteigerte Herzarbeit, erhöhter Puls, Erweiterung der Blutgefäße, Senkung des Blutdrucks im Stehen die Folge sein.

In größeren Mengen konsumiert oder bei häufiger Nutzung kann es zu Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Aufmerksamkeit und des Koordinationsvermögens, Halluzinationen, Wahnvorstellungen (z. B. Verfogungswahn) kommen. Desweiteren sind Depersonalisation, ein verändertes Zeitgefühl, Psychosen, Angstzustände, Panik, Übelkeit, Erbrechen sowie gesteigerte Herzfrequenz und Kreislaufprobleme bis hin zum Kollaps möglich. Es besteht ferner die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit (bei langem, starkem Konsum auch einer körperlichen Abhängigkeit).

Wechselwirkungen mit anderen Drogen

Der gleichzeitige Konsum von THC mit Opioiden (z. B. Heroin, Methadon), Benzodiazepine (Tranquilizer) oder GHB kann zur Desorientierung, verstärkten Schläfrigkeit sowie einer Verstärkung der Atemhemmung durch andere Drogen bis hin zur Atemlähmung führen.

Gesundheitstipps und Safer Use

  • Eine Reduktion der schädlichen Rauchinhaltsstoffe (z. B. Nikotin, Teer) lässt sich durch Verwendung von Wasserpfeifen oder Kohle-Aktiv-Filtern erreichen.
  • Bei Einnahme von Cannabis über Kekse, Tee usw. niedriger dosieren: Je nach Stoffwechselaktivität sowie Art und Menge der aufgenommenen Nahrung tritt die Wirkung später ein (etwa 30 Min. bis zwei Stunden nach der Einnahme), hält länger an (8 - 14 Stunden) und kann erheblich stärker ausfallen.
  • Darauf achten, dass Herz-Kreislauf-Probleme durch THC verstärkt werden können.
  • Vorsicht bei neuen Züchtungen mit hohen THC-Konzentrationen: Hier können verstärkte und unerwünschte Wirkungen auftreten.

Crystal (Ice - Methamphetamin - Pervitin - Thai-Pille - Yaba)

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von Crystal sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Der Wirkstoff ist Methamphetamin. Der Wirkungsbeginn setzt nach ca. 5 - 20 Minuten, beim Sniefen, beim Schlucken nach ca. 30 Minuten ein (wird auch anal eingeführt und intravenös konumiert). Die Wirkungsdauer liegt bei 6 bis 30 Stunden.

Wirkungen und Nebenwirkungen

Der Konsum von Crystal hat ein erhöhtes Selbstbewusstsein, Euphorie und Rededrang zur Folge. Es wirkt aufputschend, unterdrückt das Hungergefühl und Schlafbedürfniss und hat eine gesteigerte Lust auf Sex zur Folge. Herzfrequenz- und Blutdrucksteigerung, Unruhe sowie ein Anstieg der Körpertemperatu, Aggressivität, gesteigerte Risiko- und Gewaltbereitschaft und vermindertes Schmerzempfinden sind die Wirkungen von Crystal.

Bei Überdosierung oder Überlastung des Körpers (zu langes Tanzen) kann es zu einer lebensbedrohlichen Überhitzung, Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen, Krampfanfällen, Herzversagen sowie deutlich reduzierter Erektionsfähigkeit kommen.

Die Nachwirkungen des Konsums sind extrem langer Nachschlaf (bis zu 30 Stunden), starker Hunger sowie Gereiztheit, depressive Verstimmung und Konzentrationsstörungen. Die Nachwirkungen halten länger an als bei Speed (bis zu zwei Wochen!). Langzeitfolgen von regelmäßigem Konsum von Crystal sind:

  • Schlafstörungen
  • Schäden der Nasenschleimhaut (Sniefen)
  • Gewichtsverlust
  • Depression, Übernervosität, Psychose, akustische Halluzinationen
  • Bluthochdruck mit dem Risiko für Schlaganfälle und Hirnblutungen
  • körperlicher Verfall, Hautprobleme, Zahnschäden ("Meth-Mouth")
  • wahrscheinlich auch Veränderungen und Schädigungen im Gehirn
  • es besteht ein hohes Risiko, psychisch abhängig zu werden


Wechselwirkungen mit anderen Drogen

  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Ecstasy wird die Ecstasywirkung wird aufgehoben, aber die Nebenwirkungen (Blutdruck- und Herzfrequenzsteigerung!) verstärken sich.
  • Der gleichzeitige Konsum von Alkohol führt zu verstärkter euphorisierenden und aggressionssteigernden Wirkung. Eine Alkoholvergiftung ist möglich, da die Menge des Alkohols nicht richtig wahrgenommen wird. Vorsicht vor  Leberschädigung ist geboten.
  • Beim Konsum von Cannabis, wird die beruhigende Wirkung von Cannabis durch Crystal aufgehoben. Eine Folge kann eine verstärkte Herzfrequenzsteigerung sein.
  • Der Konsum von Crystal und Kokain kann eine (lebens)gefährliche Blutdruckerhöhung und Kreislaufbelastung sein.
  • Aufgrund der langen Wirkdauer von Crystal treten die Effekte auch noch auf, wenn die anderen Drogen ein bis zwei Tage später eingenommen werden und man vielleicht gar nicht mehr an die Einnahme von Crystal denkt!


Gesundheitstipps und Safer Use


Wie bei Speed, so gilt auch bei dem Konsum von Crystal: Viel Flüssigkeit zu sich nehmen! Crystal birgt besonders in Kombination mit Potenzmitteln (Viagra®, Cialis®, Levitra® usw.) ein erhöhtes Risiko für eine HIV-Infektion, wenn ungeschützter Sex häufiger, länger und heftiger praktiziert wird und dadurch die Schleimhäute stark angegriffen werden. Safer Sex schützt vor HIV!

Ecstasy (XTC - E - X)

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von Ecsatsy sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Der Wirkstoff ist MDMA (Methylendioxymethamphetamin). Die Tabletten enthalten manchmal in verschiedener Zusammensetzung auch andere Substanzen, z.B. MDA (Methylendioxyamphetamin), MDEA (Methylendioxyethylen-amphetamin) u.a. Der Wirkungsbeginn setzt nach 30 bis 90 Minuten ein und die Wirkungsdauer liegt bei vier bis sechs Stunden (MDMA). Andere Substanzen wirken länger, z.B. MDA ca. acht bis zwölf Stunden.

Wirkungen und Nebenwirkungen

  • Der Konsum von Ecsatsy in geringen Mengen führt zu einem wohligen Körpergefühl, Leichtigkeit und Unbeschwertheit, intensiverer Wahrnehmung, gesteigerter Ausdauer bei Bewegung, gesteigerter Kommunikationsbereitschaft, Kontaktbedürfnis sowie intensiverer Berührungsempfindung, Harmonie- und Zärtlichkeitsgefühlen.
  • Mundtrockenheit, depressive Verstimmung, Angst, Konzentrationsstörungen sowie Appetitverlust, Übelkeit und gelegentlich Antriebslosigkeit und Unruhe können die Folge sein. Aber auch der Anstieg von Blutdruck, Herzfrequenz und Körpertemperatur.
  • In größeren Mengen konsumiert können Schlafstörungen, Gedächtnisprobleme, Depressionen, Angst, Psychosen die Folge sein. Ebenfalls extreme Erhöhung der Körpertemperatur und die Bildung von Blutgerinnseln sind möglich. Es kann zur Auflösung von Muskelfasern, Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Kreislaufkollaps, Krämpfen, Kieferklemme und Zähneknirschen kommen.
  • Es besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit!


Wechselwirkungen mit anderen Drogen

  • Beim gleichzeitigen Konsum von Ecsatsy und Alkohol verstärken sich  die euphorisierenden Wirkungen gegenseitig. Ecstasy hebt die durch Alkohol erzeugte Müdigkeit auf, nicht aber die Trunkenheit. Alkohol verstärkt die austrocknende Wirkung von Ecstasy.
  • Der gleichzeitige Konsum von Cannabis hat eine stärkere Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks zur Folge.
  • Wird gleichzeitig Kokain konsumiert, können Panikreaktionen hervorgerufen werden.
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von GHB oder Opiaten kann es zu Bewusstseinsverlust bzw. Koma kommen.


Gesundheitstipps und Safer Use

  • Wegen Austrocknungsgefahr auf Tanzpartys regelmäßig Wasser, Fruchtsäfte oder Früchte-/Kräutertee trinken (Empfehlung: 0,5 Liter pro Stunde), aber Alkohol und Kaffee meiden. Tanzpausen einlegen, am besten an der frischen Luft.
  • Mehr als zwei Ecstasy-Pillen an einem Wochenende zu nehmen ist nutzos, da der Körper Zeit braucht, um wieder auf die Droge reagieren zu könne. Die volle Wirkung wird erst nach ca. vier bis sechs Wochen "Pillenpause" wieder erreicht.
  • Einige Pillen enthalten auch die Amphetamin-Abkömmlinge PMA, PMMA und 4-MTA, deren Wirkung später eintritt. Deshalb größte Vorsicht beim "Nachwerfen" nach einer vermeintlich unwirksamen Pille: Bei Überdosierung sind diese Substanzen aufgrund des starken Anstiegs der Körpertemperatur und des Blutdrucks lebensgefährlich!
  • Wer HIV-Medikamente nimmt, sollte die Ecstasy-Dosis reduzieren, z.B. auf ein Viertel der sonst üblichen Menge.
  • Bei Bluthochdruck, Herzproblemen, Schilddrüsenüberfunktion, Leberkrankheiten oder Kreislaufproblemen kein MDMA nehmen!
  • Die Kombination MDMA mit Proteaseinhibitoren, insbesondere mit Ritonavir vermeiden! Wenn nicht anders möglich, muss die MDMA-Dosis um ein Vielfaches der "normalen" Dosis gesenkt werden und auf MDMA-typische Nebenwirkungen (siehe oben) geachtet werden.

GBL/GHB (Liquid Ectasy)

Der Name "Liquid Ecstasy" ist irreführend. Die Substanz hat chemisch nichts mit Ecstasy zu tun. Der Wirkstoff ist Gamma-Hydroxybutyrat (GHB), z. T. auch GBL (Gamma-Hydroxy-Butyrat. GBL ist ein Grundstoff zur Herstellung von GHB; es ist noch schwerer zu dosieren und giftiger. Der Wirkungsbeginn tritt nach ca. zehn bis zwanzig Minuten und dauert ca. anderthalb bis drei Stunden.

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von GHB bzw. GBL sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Wirkungen und Nebenwirkungen

Die Wirkung von GHB bzw. GBL ist extrem abhängig von der Dosis und den Einflüssen weiterer konsumierter Drogen. In geringen Mengen ist die Wirkung von GHB bzw. GBL ähnlich einem Alkoholrausch (euphoriserend, entspannend). Desweiteren werden Berührungen intensiver wahrgenommen, dadurch sexuelle Stimulierung möglich.

In größeren Mengen konsumiert kann es zu Wahrnehmungsverschiebungen, Sprachstörungen,starker Schläfrigkeit, Benommenheit sowie zum plötzlichen Einschlafen bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen. Epileptische Anfälle, Herabsetzung der Atmung, bis zur Atemlähmung, Koma, Blutdruckabfall und verlangsamter Herzschlag bis hin zum Kreislaufschock können ebenfalls die Folge sein. Auch bekannt unter dem Namen "K.O-Tropfen" kann das geschmacklose Liquid Ecstasy reaktionsunfähig machen und zum Filmriss (retrograde Amnesie) führen.

Langzeitfolgen sind Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Schlaflosigkeit sowie Ängstlichkeit. Es besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.

Wechselwirkungen mit anderen Drogen

Alkohol verstärkt die toxischen Effekte von GHB, wie Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen, niedriger Blutdruck, Kreislaufversagen, Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und Koma.

Gesundheitstipps und Safer Use

Die Gefahr einer unbeabsichtigten Überdosierung von GHB ist sehr hoch. Anzeichen sind starke Schläfrigkeit und danach ein mehrstündiger, nur schwer störbarer Schlaf sowie das Verschwinden des Lidreflexes. Oft kann man kaum einschätzen, ob jemand nach GHB-Konsum nur im Tiefschlaf ist oder im Koma liegt. Im Zweifelsfall sofort einen Arzt rufen!

GHB niemals alleine konsumieren. Wichtig ist, dass im Zweifelsfall jemand mit klarem Kopf Hilfe holen kann!

Kokain (Crack - Freebase - Koks)

Kokain gehört wie Amphetamin (Speed) und Methamphetamin (Crystal) zu den "Wachmachern", hat jedoch mit ein bis zwei Stunden eine deutlich kürzere Wirkdauer. Der Wirkungsbeginn setzt nach ca. drei Minuten (beim Sniefen), bei Aufnahme durch Rauchen (Crack/Freebase) und Spritzen schneller ein. Der Wirkungsbeginn tritt nach ca. 3 Minuten beim Sniefen, bei Aufnahme durch Rauchen (Crack/Freebase) und Spritzen schneller ein.

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von Kokain sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Wirkungen und Nebenwirkungen

Kokain wirkt euphorisierend, lässt ein Gefühl der Stärke aufkommen, baut Hemmungen ab und wirkt sexuell stimulierend. Der Konsum führt zu Abbau von Hemmungen, Redseligkeit, Abnahme der Kritik- und Urteilsfähigkeit und  erhöhten Risikobereitschaft. Unterdrückung des Hunger- und Durstgefühls sowie des Schlafbedürfnisses, Verminderung des Schmerzempfindens sowie Kreislaufbelastung durch Erhöhung von Blutdruck und Herzfrequenz sind weitere Wirkungsweisen des Kokainkonsums. Verwirrtheit, Psychosen und Krampfanfälle sind möglich. Durch Verengung der Herzkranzgefäße besteht ein erhöhtes Herzinfarktrisiko (auch bei jungen Menschen!). In höherer Dosis kann es zu Erektionsstörungen kommen. Die Nachwirkungen des Kokainkonsums sind: Erschöpfung, Depression, Gereiztheit sowie Angst und Hunger nach der Droge ("Craving").

Langzeitfolgen sind Stimmungsschwankungen, Angststörungen, Kokainpsychose mit Wahnvorstellungen (dass kleine Tierchen unter der Haut krabbeln), Persönlichkeitsveränderungen, Depressionen, Gedächtnisstörungen. Schädigung der Naseschleimhaut durch Sniefen sowie Schädigung der Lunge durch Crack-Rauchen sind ebenfalls mögliche Folgen. Menschen mit erblich bedingtem Cholinesterasemangel können Kokain schlechter abbauen, die Gefahr einer Kokain-Überdosierung/-vergiftung steigt. Es besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.

Wechselwirkungen mit anderen Drogen

  • Der gleichzeitige Konsum von Kokain und Speed, Crystal oder Ecstasy erhöht die Herz-Kreislauf-Belastung (durch Blutdruck- und Herzfrequenzsteigerung) und das Risiko eines Herzinfarkts.
  • Bei gleichzeitigem Konsum von Kokain und Alkohol besteht die Gefahr einer Alkoholvergiftung, da die konsumierte Alkoholmenge nicht mehr richtig eingeschätzt wird. Außerdem verstärkt Alkohol die lebertoxische Wirkung des Kokains, so dass das Risiko für eine Leberschädigung erhöht ist.


Gesundheitstipps und Safer Use

  • Wegen der hohen Abhängigkeitsgefahr sollten konsequent Konsumpausen eingelegt werden. Die Kombination mit anderen Drogen sollte generell vermieden werden.
  • Überdosierungen treten vor allem nach intravenösem Konsum (Spritzen) auf, das Sniefen ist risikoärmer (eigenes Röhrchen verwenden!).
  • Durch erhöhte Aggressivität, gesteigerte sexuelle Lust und vermindertes Schmerzempfinden kann es beim Sex leichter zu Verletzungen kommen, über die, ohne Schutzmaßnahmen, HIV- und Hepatitis-C-Viren übertragen werden können. Daher vorher Safer-Sex-Absprachen treffen und Kondome (beim Ficken) und Handschuhe (beim Fisten) verwenden.

Poppers

Die Wirkstoffe sind Amylnitrit, Butylnitrit, Isobutylnitrit. Der Wirkungsbeginn setzt unmittelbar nach der Inhalation ein und die Wirkungsdauer liegt bei ca. drei bis zehn Minuten.

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von Poppers sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Wirkungen und Nebenwirkungen

In geringen Mengen wirkt Poppers sexuell stimulierend. Ein steigertes Empfinden in den Geschlechtsorganen und erogenen Zonen, Erweiterung der Blutgefäße, dadurch Blutdrucksenkung und kurzfristig starker Anstieg der Herzfrequenz sowie Entspannung der Muskulatur, auch des Schließmuskels, sind die Folge.

In größeren Mengen konsumiert kann es zu Schwindelgefühl und Übelkeit kommen. Ein starker Blutdruckabfall bis hin zu Kreislaufstörungen und Kollaps, im Extremfall Bewusstlosigkeit können ebenfalls die Folge sein. Desweiteren können Erektionsstörungen, besonders in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen, auftreten.

Wechselwirkungen mit anderen Drogen


Bei gleichzeitigen Konsum von Alkohol  und Poppers kann ein verstärktes Schwindelgefühl auftreten, Sturzgefahr!

Wechselwirkungen mit Potenzmitteln (Viagra®, Cialis®, Levitra®) und Nitraten

Die Wechselwirkungen von Poppers und Potenzmitteln, wie Viagra, Cialis oder Levitra, und Nitraten (Medikamente gegen Angina Pectoris, z. B. Glyceryltrinitrat oder Isosorbiddinitrat) sind extrem gefährlich! In Verbindung mit Poppers kann es zu starkem Blutdruckabfall bis hin zu tödlichem Herz-Kreislauf-Versagen kommen.

Gesundheitstipps und Safer Use

Der Kontakt von Poppers mit Schleimhäuten/Augen führt zu Verätzungen. Sofort mit Wasser aus- bzw. abspülen und Ärztin/Arzt aufsuchen! Poppers nie mit Potenzmitteln oder Nitraten kombinieren: Lebensgefahr! Das Kondom immer vor der Einnahme von Poppers überziehen, nachher klappt es nicht mehr!

Special K (Ketamin - KitKat)

Der Wirkstoff ist Ketamin (Narkosemittel). Der Wirkungsbeginn setzt unmittelbar (intravenös gespritzt) oder nach wenigen Minuten (in den Muskel gespritzt, gesnieft oder geschluckt) ein. Die Wirkungsdauer liegt bei 30 - 45 Minuten (abhängig von der Dosis).

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von Special K sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Wirkungen und Nebenwirkungen

Bei dem Konsum von Special K können optische und akustische Halluzinationen, Bewusstseinsveränderung/- erweiterung (z. B. Gefühl, aus dem Körper herauszutreten, "Tunnelerlebnisse"), Angstzustände, Psychosen, Nahtod-Erlebnisse, Ich-Auflösung auftreten. Sexuelle Stimulierung, Steigerung des Lustempfindens sowie stark verminderte oder völlig ausgeschaltete Schmerzwahrnehmung sind ebenfalls die Folgen. Eine Kommunikation ist kaum noch möglich ("der Faden reißt"). Die Herzfrequenz (Puls) ist erhöht, der Blutdruck steigt und es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen.

In größeren Mengen konsumiert kann es zum Verlust des Bewusstseins (Narkosezustand), zur Muskelsteifheit, Bewegungsunfähigkeit (Starre) sowie zur Herabsetzung der Atmung bis hin zum Atemstillstand kommen. Es besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit!

Wechselwirkungen mit anderen Drogen

  • Der gleichzeitige Konsum von Special K und Alkohol, GHB/GBL, Opioiden oder Schlafmitteln kann zur verstärkten Herabsetzung der Atmung bis hin zum Atemstillstand und zur Bewußtlosigkeit führen. Bei Alkohol tritt zusätzlich Übelkeit und Erbrechen (vor allem bei vollem Magen) auf.
  • Beim gleichzeitigen Konsum von Special K und Ecstasy, Kokain oder Speed kommt es aufgrund des verstärkten Anstiegs des Blutdrucks und der Herzfrequenz, zur starken Herzbelastung. Es besteht  ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit (durch Ko kain/Ecstasy/Speed) sowie tatsächlich stark verminderter Bewegungsfähigkeit.

Gesundheitstipps und Safer Use

  • Nicht auf vollen Magen konsumieren (Übelkeit, Erbrechen).
  • Neben Ketamin keine weiteren Drogen nehmen!
  • Special K nicht im Stehen konsumieren, da Ohnmachtsgefahr) besteht. Nach dem Konsum nicht baden gehen, es besteht die Möglichkeit zu ertrinken.
  • Keine Heißgetränke (Tee, Kaffee) und keine heißen Speisen konsumieren, da Verletzungsgefahr aufgrund des stark verminderten bzw.ausgeschalteten Schmerzempfindens besteht.
  • In der Aufwachphase Sinnesreize, wie Krach, Stimmen, Licht, vermeiden, da sie zu unangenehmen (Tag-)Träumen führen können.


Da Ketamin das Schmerzempfinden vermindert bzw. ausschaltet, ist die Bereitschaft zu verletzungsträchtigen Sexpraktiken und damit das Risiko einer HIV- und Hepatitis-Übertragung höher. Deshalb vor dem Konsum Absprachen zum Thema "Sex: ja oder nein?", zu den Praktiken und zu Safer Sex treffen. Kondome/Handschuhe und Gleitmittel bereitlegen.

Speed (Pep  - Amphetamin)

Der Wirkstof ist Amphetamin. Der Wirkungsbeginn setzt nach ca. drei Minuten beim Sniefen, beim Schlucken nach ca. 30 Minuten ein. Die Wirkungsdauer liegt bei ca. vier bis sechs Stunden.

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen beim Konsum von GHB bzw. GBL sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Wirkungen und Nebenwirkungen

Speed wirkt aufputschend, unterdrückt das Hungergefühl und das Schlafbedürfniss. Rededrang, erhöhtes Selbstbewusstsein, Euphorie, gesteigerte Risiko- und Gewaltbereitschaft sowie Unruhe und Aggression können die Folge sein. Es stellt  sich ein vermindertes Schmerzempfinden und Zittern ein. Die sexuelle Lust ist gesteigert, bei Männern ist die Erektionsfähigkeit vermindert.

Desweiteren erhöht sich die Herzfrequenz, der Blutdruck steigt ebenso die Körpertemperatur. Bei Überdosierung oder Überlastung des Körpers (zu langes Tanzen) kann es zur lebensbedrohliche Überhitzung des Körpers kommen. Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen, Herzversagen sind möglich.

Die Nachwirkungen des Konsums sind langer Nachschlaf, starker Hunger, Gereiztheit, depressive Verstimmung sowie Konzentrationsstörungen.Langzeitfolgen bei regelmäßigem Konsum von Speed sind:

  • Schlafstörungen
  • Gewichtsverlust
  • Depressionen
  • Übernervosität
  • Psychose, z. B. mit akustischen Halluzinationen (Stimmenhören)
  • Hautprobleme (Amphetaminpickel)
  • Zahnschäden
  • Schäden der Nasenschleimhaut (nach Sniefen)
  • Magenschleimhautentzündung (nach Schlucken)
  • Bluthochdruck mit dem Risiko für Schlaganfälle und Hirnblutungen und Herzinfarkt
  • es besteht das Risiko einer psychischen Abhängigkeit


Wechselwirkungen mit anderen Drogen

  • Bei gleichzeitigem Konsum von Speed und Ecstasy wird die Ecstasywirkung aufgehoben, aber die Nebenwirkungen (Blutdruck- und Herzfrequenzsteigerung!) verstärken sich.
  • Der gleichzeitige Konsum von Alkohol verstärkt die euphorisierende und aggressionssteigernde Wirkung. Die Gefahr einer Alkoholvergiftung ist möglich, da die Menge des Alkohols wird nicht richtig wahrgenommen wird. Leberschädigung!
  • Beim gleichzeitigen Konsum von Cannabis und Speed wird dessen beruhigende Wirkung durch das Speed aufgehoben.
  • Wird gleichzeitig mit dem Konsum von Speed auch Kokain konsumiert, besteht das Risiko gefährlicher Blutdruckerhöhung und Kreislaufbelastung.


Gesundheitstipps und Safer Use

  • Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um der Erhöhung der Körpertemperatur und Austrocknung entgegenzuwirken.
  • Niedrig dosieren, da kaum bekannt ist, wie viel und welcher Wirkstoff im Pulver bzw. der Tablette enthalten ist.
  • Bei Einnahme von HIV-Medikamenten (v. a. Ritonavir) die Einnahme von Speed vermeiden oder zumindest die Dosis von Speed deutlich reduzieren (z. B. auf ein Viertel des sonst Üblichen)!
  • Der Mischkonsum (v. a. mit Alkohol) sollte vermieden werden!
  • Bei gesteigerter Lust, Aggressivität und Risikobereitschaft kann auch das HIV-Risiko steigen. Durch vorherige Absprachen und Safer Sex kann eine HIV-Infektion vermieden werden.
  • Bei Bluthochdruck sollte auf die Einnahme von Amphetamin generell verzichtet werden!

Viagra - Cialis - Levitra

Die Wirksotffe sind Wirkstoff: Sildenafil bei Viagra, Tadalafil bei Cialis und Vardenafil bei Levitra.  Der Wirkungsbeginnsetzt nach etwa 20 - 30 Minuten ein und die Wirkungsdauer ist je nach Präparat unterschiedlich: Levitra wirkt etwa 4 Stunden, Viagra 4 - 8 Stunden und Cialis 24 - 32 Stunden.

Hier findest du eine kurze Übersicht zu Wirkungen und Nebenwirkungen bei der Einnahme von Potenzmitteln sowie Infos zu Wechselwirkungen bei gleichzeitigem Konsum anderer Drogen. Weiterführende Informationen findest du unter hiv-drogen.de.

Wirkungen und Nebenwirkungen

Nach der Einnahme von Potenzmitteln werden die Schwellkörper besser durchblutet, der Penis wird bei sexueller Stimulation steif. Es kann zu Sehstörungen, Veränderungen des Farbensehens (Blau-Grün-Sehen), Blutdrucksenkung, Anstieg der Herzfrequenz, Kopfschmerzen, Schwindel, verstopfte Nase, Verdauungsstörung sowie Hautrötungen und Sodbrennen kommen.

Wechselwirkung mit Poppers

Es kann zur lebensgefährlichen Blutdrucksenkungkommen!

Gesundheitstipps und Safer Use

  • Bei dem gleichzeitigen Konsum von Poppers nach der Einnahme von Potenzmitteln besteht Lebensgefahr!
  • Potenzpillen sollten nicht ohne ärztliche Verordnung eingenommen werden und nicht zusammen mit nitrathaltigen Medikamenten eingesetzt werden!
Print  
  Weiterempfehlen
Gefördert durch: